So funktioniert der Zinseszins
Zinseszins heißt: Zinsen auf Zinsen. Jeden Monat kommen die Zinsen zum Guthaben dazu, und im nächsten Monat wird mit dem größeren Betrag gerechnet. Deine Sparrate bleibt gleich, das Wachstum wird schneller.
Beispiel: Du startest mit 5.000 € und sparst 200 € im Monat, 25 Jahre lang zu 3 % pro Jahr. Eingezahlt sind 65.000 €, das Endkapital beträgt 99.777 €. Davon sind 34.777 € Zinsen — 34,9 % des Endkapitals.
Im ersten Jahr bringen die Zinsen 185 €, im 25. Jahr 2.907 €. Ab dem 22. Jahr bringen die Zinsen pro Jahr mehr als deine eigenen Einzahlungen von 2.400 €.
Zinseszins berechnen: die Formel
Mit monatlicher Zinsgutschrift und Einzahlung am Monatsende:
K = K0·(1 + p/12)12n + R·((1 + p/12)12n − 1) / (p/12)
K0 ist das Startkapital, R die monatliche Sparrate, p der Jahreszins als Dezimalzahl (3 % = 0,03) und n die Laufzeit in Jahren. Der Rechner oben rechnet dieselbe Summe Monat für Monat und baut daraus die Tabelle pro Jahr.
Die Laufzeit ist der stärkste Hebel
Dasselbe Startkapital von 5.000 € und 200 € im Monat zu 3 %, über drei Laufzeiten:
| Jahre | Eingezahlt | Zinsen | Endkapital |
|---|---|---|---|
| 10 | 29.000 € | 5.695 € | 34.695 € |
| 20 | 53.000 € | 21.764 € | 74.764 € |
| 30 | 77.000 € | 51.832 € | 128.832 € |
Doppelte Laufzeit bringt weit mehr als doppelte Zinsen: Nach 30 Jahren sind 40,2 % des Kapitals Zinsen, nach 10 Jahren 16,4 %. Deshalb wächst schon eine kleine Sparrate mit frühem Start so gut.
Monatliche oder jährliche Zinsgutschrift
Manche Konten schreiben die Zinsen monatlich gut, viele einmal im Jahr. Im Beispiel ergibt die monatliche Gutschrift 99.777 € und die jährliche 99.174 € — 603 € mehr in 25 Jahren beim gleichen Zinssatz. Im Rechner kannst du beides vergleichen.
Die 72er-Regel
Für eine schnelle Schätzung, wann sich Geld verdoppelt, teilst du 72 durch den Jahreszins. Bei 3 %: 72 ÷ 3 = 24 Jahre. Genau gerechnet mit monatlicher Gutschrift sind es 23,1 Jahre.
Welchen Zinssatz eintragen
Nimm den Zinssatz aus den Bedingungen deines Tagesgeld- oder Festgeldkontos. Das Ergebnis ist die Rechnung mit dem Zinssatz, den du eingibst, vor Steuern und Gebühren. Für den Wert in heutiger Kaufkraft trägst du den Zinssatz abzüglich Inflation ein.
Häufige Fragen
Was ist der Zinseszins?
Zinsen, die auf das eingezahlte Geld und auf die bereits gutgeschriebenen Zinsen berechnet werden. Jede Gutschrift erhöht das Guthaben, also werden die nächsten Zinsen größer.
Wie berechne ich den Zinseszins mit monatlicher Sparrate?
K = K0·(1 + p/12)^(12n) + R·((1 + p/12)^(12n) − 1) / (p/12). Mit 5.000 € Startkapital, 200 € im Monat, 3 % pro Jahr und 25 Jahren ergibt das 99.777 €, davon 34.777 € Zinsen.
Wann verdoppelt sich mein Geld?
Teile 72 durch den Jahreszins. Bei 3 % sind das etwa 24 Jahre; genau gerechnet mit monatlicher Gutschrift 23,1 Jahre.
Welchen Zinssatz soll ich nehmen?
Den Zinssatz aus den Bedingungen deines eigenen Kontos. Die voreingestellten 3 % sind ein Beispiel. Groworth zeigt die Rechnung, die Wahl des Produkts liegt bei dir.
Sind Steuern und Inflation berücksichtigt?
Der Rechner zeigt Beträge vor Steuern, Gebühren und Inflation. Zinsen über dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) sind mit 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer belegt. Für den Wert in heutiger Kaufkraft trägst du den Zinssatz abzüglich Inflation ein.
Monatliche oder jährliche Zinsgutschrift: Was ist der Unterschied?
Beim gleichen Zinssatz bringt die monatliche Gutschrift etwas mehr, weil die Zinsen früher selbst Zinsen bringen. Im Beispiel sind es 603 € in 25 Jahren.